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Idee und Entstehung des Urgeschichtlichen Freilichtmuseums

Nach den archäologischen Grabungen von 1980 bis 1990, die für die internationale Fachwelt überaus bedeutende Funde erbracht haben, entstand die Idee, ein Freilichtmuseum zu errichten. Erstmals wurde in der Aktion "Dorfentwicklung" darüber gesprochen. Der Gemeinderat von Mitterkirchen hat in der Sitzung am 15. Dezember 1988 den einstimmigen Beschluss gefasst, bezüglich der Errichtung eines Freilichtmuseums initiativ zu werden.

Bei der Vorsprache beim damaligen Kulturreferenten des Landes Oberösterreich, LH Dr. Josef Ratzenböck, am 26. Jänner 1989 wurde "grünes Licht" für das Vorhaben gegeben. Daraufhin begannen intensive Verhandlungen mit vier Abteilungen des Landes und schließlich konnte der Finanzierungsplan festgelegt werden.

Am 7. März 1990 war dann Baubeginn bei der Hügelgrabrekonstruktion, nachdem vorher (Dezember 1989) die Parkplätze und die Zufahrtsstraßen ausgebaut wurden. Am 7. Mai 1990 wurden mit der Errichtung des ersten hallstattzeitlichen Gehöftes begonnen. Die Detailpläne dazu lieferte der Archäologe Manfred Pertlwieser, von dem auch die Gesamtkonzeption stammte.

Aus Kostengründen hat sich die Gemeinde für eine Bauausführung in "Eigenregie" entschieden. Eine andere Lösung wäre wegen der Einmaligkeit des Vorhabens wohl auch kaum möglich gewesen. Die Gemeinde begab sich daher auf Arbeitskräftesuche und wurde dabei durch das Arbeitsmarktservice Perg bestens unterstützt. Es wurde überwiegend mit rumänischen Flüchtlingen, die als Zimmerer eingesetzt wurden, gearbeitet. Zeitweise waren bis zu 6 Personen auf der Baustelle. Der Einsatz der rumänischen Flüchtlinge erwies sich als sehr vorteilhaft, weil diese in Ihrer alten Heimat noch unter relativ einfachen Voraussetzungen gearbeitet haben. Schließlich musste ja bei der Errichtung der Gehöfte nachvollzogen werden, wie die Menschen, die vor mehr als 2.700 Jahren im Machland gelebt haben, ihre "Wohnhütten" gebaut haben. Es durften weder Schrauben noch Nägel oder andere technische Hilfsmittel verwendet werden. Im Herbst 1990 wurden zwei Häuser mit Stroh bzw. Schilf gedeckt. Weitere 2 Häuser im März und April 1991. Die Häuser wurden mit altem, handgehackten Holz aufgebaut. Dafür wurden rund 20 alte Holzstadeln aus der Umgebung zum Brennholz-Preis angekauft. Die Tische und Bänke wurden ebenfalls nach uralter Handwerkstradition hergestellt - größtenteils von den Donauwerkstätten Mauthausen - einer Einrichtung der Arbeitsmarktverwaltung.

 

Die Teileröffnung des Museums fand am 05. Mai 1991 statt. Nach dem großen Besucherandrang im 1. Betriebsjahr, hat sich die Gemeinde entschlossen, in kleinen Schritten das Museum zu erweitern. Es wurden jedes Jahr einige weitere Objekte errichtet und heute präsentieren sich dem Besucher über 20 Objekte.

Die Gesamtkosten liegen derzeit bei knapp Euro 730.000,- wobei alleine Euro 51.000,- für den Grundkauf aufgewendet werden mussten. Finanziert wurde das Keltendorf Mitterkirchen von vier Abteilungen des Landes OÖ, vom Bund (Zuschuss nach dem Finanzausgleichsgesetz), vom Arbeitsmarktservice Perg (Beihilfen für das Personal) und von der Marktgemeinde Mitterkirchen. Bedeutend höher als der Marktgemeinde Mitterkirchen anzurechnende Finanzierungsbeitrag (ca. 10 %) war die organisatorische und ideelle Arbeitsleistung der Gemeinde.